Bild 1: Der Eebus Relais Converter von Weidmüller

Insbesondere im Zählerschrank treffen regulatorische Vorgaben auf eine hohe Varianz bei Smart Meter Gateways, ­Steuerboxen und Endgeräten. Diese Unsicherheit erschwert die Planung, erhöht den Installationsaufwand und führt nicht selten zu Nachrüstungen.

Ein Problem liegt darin, dass bei der Erst­installation oft noch nicht feststeht, ob ein Smart‑Meter‑Gateway mit integrierter Steuer­funktion oder eine separate Steuerbox eingesetzt wird bzw. welche steuerbaren Verbraucher künftig angebunden werden sollen. Wärmepumpen, Ladeinfrastruktur für Elek­trofahrzeuge oder weitere dezentrale Erzeuger werden oft zu einem späteren Zeitpunkt ergänzt. Für Installationsbetriebe bedeu­tet dies, dass eine heute errichtete Infrastruktur möglichst flexibel, normkonform und erweiterbar ausgelegt sein muss, ohne dabei unnötige Kosten oder Komplexität zu verursachen.

Universelle Vorbereitung im Zählerschrank

Vor diesem Hintergrund gewinnen modulare und herstellerunabhängige Infrastrukturkonzepte an Bedeutung. Eine solche Universallösung zielt darauf ab, den Zählerschrank bereits bei der Erstinstallation so vorzubereiten, dass unterschiedliche Ausprägungen der Steuerungsarchitektur unterstützt werden können. Im Mittelpunkt steht eine standardisierte Kombination aus Hutschienen-Kupplung und Ethernet-Infrastruktur zur Kopplung digitaler Kommunikationssysteme mit der analogen Anlagentechnik.

Eine solche herstellerunabhängige Lösung, die auf offenen Standards basiert, ist der »Eebus Relais Converter« von Weidmüller (Bild 1). Er verbindet ein Smart Meter Gateway mit Steuerfunktion über das standardisierte Eebus-Protokoll mit bestehenden, häufig rein analog angesteuerten Erzeugern und Verbrauchern. Digitale Steuerbefehle werden in definierte Relaiszustände umgesetzt, sodass auch Bestandsanlagen ohne native Kommunikationsschnittstelle in netzdienliche Steuerkonzepte eingebunden werden können. Damit lassen sich sowohl Einspeiser als auch steuerbare Verbrauchseinrichtungen gemäß den Vorgaben der FNN-Steuerkonzepte begrenzen oder freigeben, ohne funktio­nierende Technik ersetzen zu müssen.

Diese Brückenfunktion ist insbesondere für Gebäude mit heterogener Anlagentechnik relevant. Viele Gebäude verfügen über digital kommunikationsfähige Steuereinheiten, während Erzeuger und Verbraucher häufig analoge Schalteingänge haben. Der Eebus Relais Converter ermöglicht es, beide Welten in einer gemeinsamen Steuerungs­architektur zusammenzuführen und so Investitionen zu schützen (Bild 2).

Bild 2: Der Eebus Relais Converter ERC mit seinen Ein- und Ausgängen

Vernetzung als Voraussetzung für Steuerbarkeit

Mit der zunehmenden Zahl angebundener Geräte stößt jedoch der einzelne Ethernet‑Anschluss eines Smart‑Meter‑Gateways schnell an seine Grenzen. Eine skalierbare und normgerechte Vernetzung im Zählerschrank benötigt daher eine geeignete Netzwerkstruktur. Hier setzt ein kompakter 4‑Port‑Ethernet‑Switch an, der speziell für Anwendungen in der Energie‑ und Gebäude­technik ausgelegt ist.

Der Switch erweitert die Ethernet-Infrastruktur im Zählerschrank und ermöglicht den parallelen Anschluss von Smart Meter Gateway, Eebus Relais Converter und zwei weiteren Eebus-fähigen Endgeräten. Durch eine für die Hutschienenmontage ausgelegte Bauform und die geringe Baubreite von 1 TE lässt der Switch sich auch in beengten Zählerfeldern integrieren. Unterstützt werden alle gängigen Ethernet-basierten Protokolle, insbesondere Eebus als Standard für die sektorübergreifende Energie­kommunikation.

In Kombination mit dem Relais Converter entsteht so eine durchgängige Kommunikations‑ und Steuerungsinfrastruktur. Während der Switch die physikalische und logische Vernetzung sicherstellt, übernimmt der Converter die Umsetzung der digitalen Steuer­befehle in die analoge Anlagentechnik. Diese klare Aufgabentrennung erleichtert Planung, Installation und Fehlersuche und entspricht den aktuellen normativen Vorgaben.

Zukunftssichere Architektur für wach­sende Anforderungen

Der Vorteil eines solchen universellen Ansatzes liegt in der Zukunftssicherheit. Freie Ethernet‑Ports ermöglichen die spätere Erweiterung um zusätzliche Geräte, ohne dass die bestehende Installation angepasst werden muss. Gleichzeitig bleibt die Lösung unabhängig von der konkreten Ausprägung des Smart Meter Gateways oder der eingesetzten Steuerbox. Für In­stallationsbetriebe reduziert sich damit das Risiko von Nacharbeiten, für Betreiber entsteht eine robuste Grundlage für künftige regulatorische und technische Anforderungen.

Angesichts des fortschreitenden Rollouts steuerbarer Verbrauchseinrichtungen und der weiter zunehmenden Elektrifizierung von Wärme und Mobilität wird die Bedeutung solcher vorbereiteten Infrastrukturen weiter steigen. Universelle, standardkonforme Lösungen im Zählerschrank schaffen die Voraussetzung, um Netzdienlichkeit, Versorgungssicherheit und Investitionsschutz miteinander zu verbinden und die Energiewende im Gebäude praxisnah umzusetzen.

Bild 3: Auf der Intersolar Europe 2026 präsentierte Weidmüller Lösungen für normgerechten PV-Aufbau, Smart Metering nach § 14a EnWG und §9 EEG sowie Energiefluss und Speicherintegration

Einbindung von PV-Anlagen

Die zunehmende Bedeutung der Photovol­taik zeigt sich nicht nur im Ausbau der Erzeugungskapazitäten, sondern v. a. in der intelligenten Integration in bestehende Energiesysteme. Für Aufdachanlagen gewinnen dabei standardisierte Lösungen zur sicheren und effizienten Einbindung von PV-Anlagen an Relevanz, besonders im Hinblick auf die normkonforme Steuerung von Verbrauchern wie Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur sowie Erzeugern gemäß § 14a EnWG und § 9 EEG. Der Eebus Relais Converter ermöglicht es hier, analoge PV-Anlagen normkonform zu steuern (Bild 3).

Autorin

Chantal Campos Chavero, Redakteurin ­Unternehmenskommunikation bei Weidmüller, Detmold
Quelle und Bildquelle: www.elektro.net