
Bild 1: Anlagenbesitzer Werner Palm entschied sich beim Repowering für den Einsatz eines größeren Batteriespeichers und nutzt dynamische Stromtarife druch den Einsatz eines Energiemanagements
Tausende Photovoltaik-Anlagen kommen derzeit und in den kommenden Jahren an das Ende der 20jährigen Einspeisevergütung. Die Umrüstung auf Eigenverbrauch wird vor allem dann sinnvoll, wenn ein passender Batteriespeicher installiert wird und dynamische Stromtarife genutzt werden. Optimaler Eigenverbrauch wird dann in Kombination mit einem Energiemanagementsystem erreicht, wie ein Beispiel aus dem Breisgau zeigt.
Wenn Anlagenbetreiber den Energieverbrauch effizienter und nachhaltiger gestalten wollen, eröffnen zentrale Komponenten für Erzeugung, Speicherung und Steuerung von Strom neue Möglichkeiten.
So wurde in der Gemeinde March bei Freiburg im Haus des Anlagenbetreibers Werner Palm eine Photovoltaikanlage durch die Elektrotechnik Laukart GmbH aus Hugstetten entsprechend ausgestattet (Bild 1).
Das seit Januar 2020 etablierte Unternehmen ist zertifizierter Kostal-Installationspartner und bietet umfassende Dienstleistungen rund um moderne Elektro- und Energietechnik. Mit diesem Projekt konnte das Team seine Erfahrung im Bereich zukunftssicherer PV-Systeme unter Beweis stellen.
Repowering: Ein Schritt in Richtung Zukunft

Bild 2: Der Hybrid-Wechselrichter »Plenticore plus G2« ersetzte den älteren PV-Wechselrichter; Quelle: Kostal
Herzstück der ursprünglichen Anlage war ein Wechselrichter »Piko BA«, der seit vielen Jahren zuverlässig im Einsatz war. Im Zuge der Modernisierung wurde dieser durch den aktuellen Hybrid-Wechselrichter »Plenticore plus G2« ersetzt (Bild 2). Dieser Wechselrichter bietet im Vergleich zum Vorgängersystem einige Vorteile: drei statt zwei MPP-Tracker, einen erhöhten Eingangsstrom von 15 A (statt 12 A), integriertes WLAN, eine moderne Weboberfläche sowie die Kompatibilität mit aktuellen Hochvolt-Batteriespeichern. Damit schafft das System die technische Basis für mehr Flexibilität, höhere Erträge und eine langfristige Erweiterbarkeit.
In der vorgestellten Anlage wird die Weiterentwicklung bestehender Komponenten sichtbar: Für die Batteriespeicherung entschied sich der Anlagenbetreiber für eine Standardkonfiguration mit vier Modulen (12,8 kWh) des ZYC Simpo HV-Speichers . Zuvor war bereits eine Sony-Murata-Batterie mit 6 kWh in Kombination mit dem früheren Wechselrichter im Einsatz.
Ziel des Anlagenbetreibers Werner Palm war es, durch die höhere Speicherkapazität und die Nutzung dynamischer Stromtarife den Eigenverbrauch deutlich zu erhöhen und zugleich wirtschaftlicher zu handeln. Um dies zu erreichen, wurde der Wechselrichter zusätzlich an die cloudbasierte Energiemanagement-Lösung von Tibber angebunden.
Energiemanagement mit Tibber
Durch die Kopplung des Wechselrichters mit der Tibber-Plattform erhält Palm einen transparenten Überblick über Erzeugung, Verbrauch und Netzbezug. Mithilfe des »Tibber Pulse IR« wird der Stromzähler digital ausgelesen und die Messwerte nahezu in Echtzeit an die Tibber-Cloud übertragen (Bild 4).
Auf dieser Basis kann Strom gezielt dann genutzt oder gespeichert werden, wenn die Börsenpreise besonders niedrig sind. Gerade für größere Verbraucher im Haushalt ermöglicht diese Lastverschiebung spürbare Kostenvorteile. Insgesamt sorgt das System für mehr Transparenz, eine optimierte Nutzung der eigenen PV-Energie und eine effizientere Einbindung des Stromnetzes.
Flexible Speicherlösung
Der eingesetzte HV-Speicher kann durch seine Modularität sich ändernden Anforderungen angepasst werden. Bereits der Einstieg mit zwei Modulen (6,4 kWh) war möglich, die spätere Erweiterung auf vier Module (12,8 kWh) konnte ohne größeren Aufwand realisiert werden. Das System ist auf einfache Installation und Skalierbarkeit ausgelegt.
Effizienz und Zukunftssicherheit
»Der Schritt auf das neue System und die Anbindung an Tibber war für mich konsequent. Mir geht es darum, unabhängiger zu werden, Kosten zu optimieren und gleichzeitig einen Beitrag zur Energiewende zu leisten«, so Palm. »Besonders wichtig ist mir, dass wir bestehende Komponenten weiter nutzen konnten – das zeigt, dass nachhaltige Lösungen über den gesamten Lebenszyklus hinweg funktionieren.«
Im Ergebnis zeigt die Anlage exemplarisch, wie Repowering mit moderner Wechselrichtertechnik, modularen Batteriespeichern und digitale Energiemanagement-Plattformen sinnvoll zusammenspielen können. Die bewusste Weiternutzung der bestehenden Batterie unterstreicht, dass Nachhaltigkeit nicht nur durch neue Technik, sondern auch durch den verantwortungsvollen Umgang mit vorhandenen Komponenten entsteht.
Autor
Dennis Mühlfort, Marketing Manager Content, Kostal Industrie Elektrik, Hagen
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