Die hier vorgestellte AC‑Ladesteuerung – kombiniert mit einer neuen, speziell für das Elektrohandwerk entwickelten Konfigurations‑App – vereinfacht die Inbetriebnahme und das Einrichten von Wallboxen, Ladestationen und ganzen Ladeparks (Bild 1).
Bei der neuen Konfigurations‑App (Android und iOS) für die AC-Ladesteuerung »Charx control modular« von Phoenix Contact wird der Nutzer Wizard‑basiert durch die Erstkonfiguration geführt – von der Benennung des Ladeparks über das Lastmanagement bis zur Freigabeart. Die Verbindung erfolgt wahlweise über das Ad‑hoc‑WLAN des Controllers oder ein vorhandenes Netzwerk, und die Anmeldung ist passwortgeschützt.
Schritt für Schritt zur fehlerfreien Erstkonfiguration
Bei der Inbetriebnahme werden nacheinander folgende Schritte ausgeführt:
- Ladepark & Ladepunkte benennen: Der E-Handwerker vergibt eindeutige Namen für den gesamten Ladepark sowie für jeden Ladepunkt und schafft damit eine konsistente Struktur für Dokumentation, Abrechnung und Support. Bei größeren Installationen übernimmt eine Option zur automatischen Benennung die fortlaufende Nummerierung.
- Lastmanagement einrichten: Der App-Anwender definiert die zulässige Hauptsicherungs- bzw. Leistungsgrenze, wählt die in das Lastmanagement einzubeziehenden Ladepunkte aus und legt die Phasenfolge (Rotation) je Ladepunkt fest. Die App führt in wenigen Schritten durch diese Einstellungen und hilft, Überlasten und Fehleinstellungen zu vermeiden.
- Freigabemodi wählen: Man entscheidet, wie der Ladevorgang freigegeben wird – etwa kostenfrei, lokal per RFID-Whitelist oder über ein Backend via OCPP. Ein integrierter Test prüft die OCPP-Verbindung (LAN /WLAN / 4G – abhängig von der jeweiligen Controller-Option) direkt vor Ort und bestätigt so die erfolgreiche Backend-Anbindung.
- Details bei Bedarf erweitern: Für Konfigurationen, die über die geführte Ersteinrichtung hinausgehen, führt ein Direktsprung in das integrierte Web Based Management (WBM). Dort stehen alle Detailfunktionen zur Verfügung – ohne Medienbruch und ohne die App verlassen zu müssen.
Im Zusammenspiel: AC-Steuerung und App

Bild 2: Zusammenspiel zwischen mobiler App und Ladesteuerung; Quelle. Touchr@shutterstock / Phoenix Contact)
Im Zusammenspiel der App mit der Ladesteuerung entspricht jeder Schritt der Erstkonfiguration exakt der späteren Anlagenlogik. Das gilt auch für Anforderungen, die über die Inbetriebnahme hinausgehen (Bild 2), von eichrechtskonformer Abrechnung über Cyber Security bis zu neuen Funktionen wie Plug and Charge oder V2G. Die Ladesteuerung adressiert das mit einer offenen, skalierbaren Plattform, die per Software-Update kontinuierlich erweitert wird. Betreiber erhalten so eine langfristig wartbare Lösung, die sich an neue Marktanforderungen anpasst, ohne dass kostspielige Hardware-Wechsel vorgenommen werden müssen.
Sicher und offen
Mit der Erweiterung der Radio Equipment Directive (RED) seit August 2025 und dem Cyber Resilience Act (CRA) ab Dezember 2027 steigen die Sicherheitsanforderungen für vernetzte Ladeinfrastruktur, insbesondere, wenn WLAN, Mobilfunk oder RFID im Einsatz sind. »Charx control modular« ist dafür ausgelegt. Denn regelmäßige Security-Updates, eine zügige Schwachstellenbehebung und klare Update-Mechanismen unterstützen Hersteller und Betreiber, einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.
Die Steuerung basiert auf einer industrietauglichen Linux-Plattform und kommuniziert über die Protokolle OCPP, ISO 15118, Modbus/TCP, MQTT und REST. Dadurch gelingt die Integration in Backend-Systeme, Gebäudeleittechnik und Energiemanagement.
Skalierbar und eichrechtskonform
Zusätzlich lassen sich mit der Steuerung Ladeszenarien unterschiedlicher Größenordnungen intelligent steuern und verwalten. Die Systemarchitektur der EVSE-Controller ist so ausgelegt, dass sie von der einzelnen Wallbox bis zum großen Ladepark mit bis zu 48 Ladepunkten flexibel erweitert werden kann. Ihre Plug-and-Play-fähigen Module sind einfach auf der Tragschiene anreihbar. So lassen sich Erweiterungen von Ladeparks unkompliziert umsetzen.
Der Ladecontroller verfügt über ein Softwarekonzept, welches den Controller von der eichrechtlich relevanten Messkapsel entkoppelt. Diese Entkopplung vereinfacht die Zertifizierung, ermöglicht Software Updates ohne Konformitätsverlust und erlaubt die flexible Wahl unterschiedlicher Energiezähler.
Fazit
Die Kombination aus »Charx control modular« und der neuen Konfigurations App liefert eine schnelle, geführte und sichere Inbetriebnahme, die sich ohne Spezialwissen umsetzen lässt. Vor allem aber auch eine offene, updatefähige Steuerungsplattform, die mit regulatorischen Anforderungen und neuen Funktionen mitwächst. So bleibt die AC-Ladeinfrastruktur technisch und rechtlich auf dem aktuellen Stand.
Autorin
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