Die Vision der All Electric Society beschreibt eine Welt, in der Energie vollständig aus erneuerbaren Quellen stammt und intelligent genutzt wird. Für die Gebäudetechnik bedeutet das: Nachhaltigkeit wird zur zentralen Anforderung. Gebäude müssen nicht nur effizient geplant und betrieben werden, sondern auch aktiv zur Energiewende beitragen (Bild 1).

Die Basis für klimaneutrale und zukunftsfähige Gebäude bildet eine entsprechende Hardware-Ausrüstung. Diese Grundlage für eine durchgängige Infrastruktur, die die Planung, Installation und den Betrieb intelligent vernetzt, soll nachfolgend am Beispiel des REG-Portfolios von Phoenix Contact gezeigt werden. Auf diese Weise werden die Voraussetzungen für mehr Energieeffizienz, Flexibilität und eine digitale Steuerung im Gebäude geschaffen, was wiederum einen entscheidenden Beitrag zur Realisierung der All Electric Society leistet.

Stetig neue Anforderungen

Bild 1: Die Unmanaged Switches im REG-Format ermöglichen eine einfache und platzsparende Gebäudevernetzung

Doch trotz dieser Zukunftsvision sind Elektroinstallateure mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, wenn es um deren Umsetzung geht. Denn ihre Tätigkeit hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Wo früher einfache Stromkreise und klassische Installationen ausreichten, sind heute komplexe Systeme gefragt: Photovoltaik, Ladeinfrastruktur für Elektromobilität, Wärmepumpen und intelligente Gebäudesteuerungen gehören längst zum Alltag.

Hinzu kommen besondere regulatorische Vorgaben wie § 14a EnWG, die Netzbetreibern das Recht geben, steuerbare Verbrauchs­einrichtungen bei Netzengpässen zu drosseln. Das bedingt entweder eine Direktsteuerung oder den Einbau eines intelligenten Energiemanagements. Im Fall einer Direktsteuerung müssen zusätzlich Steuerboxen, Relaisblöcke oder Klemmenleisten montiert werden. In diesem Zusammenhang sind die technischen Anschlussbedingungen (TAB) der Netzbetreiber sowie die Vorgaben der Bundesnetzagentur zu erfüllen. Zudem zählt die Aufklärungsarbeit über die Abrechnungsmodelle mittlerweile ebenfalls zum Leistungsspektrum des Elektroinstallateurs.

Eines hat das Jahr 2025 verdeutlicht: Die Anforderungen an das Elektrohandwerk ändern sich ständig. Heute gilt eine Lösung, die schon morgen wieder angepasst werden muss. Umso wichtiger sind zukunftsfähige Produkte mit durchdachter Ausstattung, die eine normgerechte Installation ermöglichen und gleichzeitig die Arbeit vereinfachen.

Weniger Verdrahtungszeit und Fehlerquellen

Gerade in Zeiten wachsender Komplexität ist jede Minute essenziell. Hier unterstützen die Installationsklemmen »PTI« von Phoenix Contact mit Push-in-Anschlusstechnik. Sie erlauben den werkzeuglosen Anschluss von Leitern ab 0,34 mm2 – einfaches Einstecken reicht. Die spezielle Kontaktfeder stellt hohe Auszugskräfte und eine vibrationssichere, gasdichte Verbindung bereit.

Das spart bis zu 50 % Verdrahtungszeit gegenüber Schraubklemmen und reduziert Fehlerquellen. Kein Nachziehen, keine Wartung – die Verbindung bleibt dauerhaft sicher. Insbesondere bei schwierigen Projekten mit vielen Abgangsleitungen ist das ein echter Vorteil.

Neue Geräte für die Unterverteilung

Die Unterverteilung dient als Herzstück einer modernen Gebäudetechnik. Phoenix Contact bietet hierfür ein breites Portfolio an REG-Komponenten an (Bild 2). Es beinhaltet:

  • Plug&Play-fähige Unmanaged REG-Switches, die wahlweise acht Gbit-Ports oder vier Gbit-Ports und zusätzlich vier PoE-Ports für die Stromversorgung von Endgeräten wie Kameras oder Zutrittskontrollen umfassen. Darüber hinaus vereinfachen Funktionen wie Autonegotiation und Autocrossing die Verkabelung und verhindern Fehler.
  • Brummfreie Installationsschütze, die sich speziell für sensible Umgebungen wie Büros, Hotels, Wohngebäude oder Krankenhäuser eignen. Durch ihre kompakte Bauweise benötigen sie wenig Platz in der Verteilung. Ferner zeichnen sich die Geräte durch flexible Einsatzmöglichkeiten bis 63 A für die Beleuchtung, Heizung und Sicherheitssysteme aus.
  • Energiemessgeräte, die den Verbrauch präzise erfassen. Aufgrund der direkten Anbindung einer Rogowski-Spule und des integrierten Installationsassistenten lässt sich die Messtechnik außerdem schnell und unkompliziert implementieren. Der eingebaute Webserver sowie zahlreiche Kommunikationsoptionen eröffnen vielfältige Möglichkeiten zur Auswertung der Energiedaten und Übertragung in übergeordnete Leit- und Managementsysteme.
  • Energiezähler mit MID-Zulassung, die eine exakte Abrechnung der Energiedaten ermöglichen. Sie nehmen alle relevanten elektrischen Parameter wie Ströme, Spannungen, Leistungsfaktoren und Leistungen auf. Mit einer hohen Genauigkeit von 0,5 % und integrierten Modbus-RTU- oder Modbus-TCP-Schnittstellen bieten sie sich für Gebäudeanwendungen an. Dreiphasige Ströme bis 100 A AC lassen sich direkt am Gerät ohne externe Stromwandler messen.
  • Die Busspannungsversorgung für KNX-Anwendungen der Produktfamilie »Step Power«, die über eine aktive KNX-Filterschaltung verfügt. Diese passt sich den angeschlossenen KNX-Teilnehmern dynamisch an und steigert damit die Effizienz des Bussystems. Das eingebaute Farb-Display liefert die wesentlichen KNX-Statusinformationen auf einen Blick für die Diagnose vor Ort (Bild 3).
  • Neu auf der Light + Building 2026 vorgestellt wurde die Gebäudesteuerung »Catan C1« im REG-Format. Steuerung und Erweiterungsmodule zeichnen sich aus durch eine kompakte Bauform, flexible IOs, ein abnehmbares Display, durchdachte Installationsmöglichkeiten und in dieser Controller-Variante durch ein offenes Ökosystem (Bild 4).

Sämtliche Komponenten sind robust, kompakt und für den schnellen Einbau optimiert. Das bedeutet weniger Platzbedarf, kürzere Montagezeiten und höhere Effizienz.

Autoren

 Lena Kuhlmann und Pascal Rochell, Phoenix Contact Deutschland GmbH, Blomberg

 

 

Quelle und Bildquelle: www.elektro.net