In letzter Zeit häufen sich Schlagzeilen von Bränden in Feuerwehrhäusern und Löschfahrzeugen der Feuerwehren – sei es in Neustadt-Hambach, Stadtallendorf oder Treffurt. Die Gemeinsamkeit in den bekannten Fällen: Es war keine Brandmeldeanlage installiert, da diese für Feuerwehrobjekte nicht vorgeschrieben sind. Hinzu kommt eine Einbruchserie in Gerätehäuser, wie beispielsweise in Freiburg, Rottweil oder im Rhein-Sieg-Kreis (siehe Kasten).
Helfer in Gefahr – Einbrüche und Brände bei FeuerwehrenIm Herbst 2024 verschaffte sich eine Einbrecherbande im Rhein-Sieg-Kreis gewaltsam Zutritt zu Feuerwehrgerätehäusern in Much, Troisdorf, Siegburg und Sankt Augustin. Entwendet wurde in allen Orten hydraulisches Spezialwerkzeug im Wert von rund 50.000 €. Während dieses den Feuerwehren dazu dient, Menschen aus Unfallfahrzeugen zu retten, zweckentfremden es die Täter für kriminelle Taten, zum Beispiel zum Öffnen von Geldautomaten oder Tresoren. Zusätzlich zum fehlenden Equipment erleiden die Feuerwehren erheblichen finanziellen Sachschaden am Gebäude. Ähnliche Vorfälle ereigneten sich auch in anderen Städten, darunter Freiburg, Großenaspe oder Rottweil. Im Oktober 2024 gerieten die im gleichen Jahr neu eröffnete Feuerwache Stadtallendorf sowie der Fuhrpark aus 13 Einsatzfahrzeugen in Vollbrand. Es entstand ein Gesamtschaden von über 20 Mio. €. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich im Januar 2025 in Treffurt, wo eine Fahrzeughalle, die erst vier Jahre zuvor eingeweiht wurde, komplett ausbrannte. Der Schaden beläuft sich auf etwa 7 Mio. €. Ende 2025 brannte das Bechhofer Feuerwehrgerätehaus vollständig aus. |

Bild 1: Die Freiwillige Feuerwehr Oedheim sichert sich mit einem Alarmsystem, das Einbruch- und Brandmelder integriert, vor Gefahren ab; Quelle: Indexa
Dass dringend Nachholbedarf bei der Absicherung von Feuerwehrobjekten herrscht, steht inzwischen außer Frage. Doch wie konnte es zu solchen Vorfällen kommen? Ein großes Problem ist das Fehlen von Brandschutzkonzepten in Feuerwehrgerätehäusern. Eine Brandmeldeanlage ist nicht vorgeschrieben, und in vielen Fällen fehlt es den Gemeinden am nötigen Budget. Zusätzlich befeuert wird die Brandgefahr durch den Einsatz von akkubetriebenen Werkzeugen, die in den Fahrzeugen geladen werden und die eine potenzielle Brandgefahr darstellen.Im Fall eines solchen verheerenden Brandes stellen nicht nur die finanziellen Mittel ein Problem dar, sondern auch die langen Lieferzeiten für neue Einsatzfahrzeuge. Die betroffene Feuerwehr ist folglich nur eingeschränkt einsatzfähig beziehungsweise auf die Überlandhilfe von nahegelegenen Wehren angewiesen.Dabei können professionelle Alarm- und Brandmeldeanlagen sowie moderne Videoüberwachung für den nötigen Brand- und Einbruchschutz sorgen, ohne den zeitkritischen Ablauf im Einsatzfall zu beeinträchtigen. Mit gutem Beispiel voran geht die Freiwillige Feuerwehr Oedheim im Landkreis Heilbronn (Bild 1).
Kombinierter Einbruch- und Brandschutz

Bild 2: Durch die eingesetzte Funk-Hybrid-Lösung werden auch die verdrahteten Rauchmelder der Umkleideräume in das Alarmsystem eingebunden; Quelle: Indexa
Auch wenn es in der Freiwilligen Feuerwehr Oedheim selbst noch keinen Brand oder Einbruch gab, so wurde die Gemeinde durch die gehäuften Vorfälle in anderen Feuerwehren stark sensibilisiert. Für ein umfassendes Schutzkonzept wurde die Feuerwehr Oedheim daher mit einem Alarmsystem sowie Wärmebildkameras von Indexa ausgestattet. In das Alarmsystem wurden sowohl Einbruch-, als auch Brandmelder integriert, sodass Gerätehaus und Einsatzfahrzeuge bei allen Gefahren abgesichert sind.
Das installierte Alarmsystem ist eine professionelle Funk-Hybrid-Lösung nach EN 50131 Grad 2, bei der sowohl Funk- als auch busverdrahtete Melder integriert werden können. Dies ermöglicht ein hohes Maß an Flexibilität bei der Installation. So konnten in Oedheim bestehende verdrahtete Rauchmelder durch das passende Bus-Modell des Systems ersetzt sowie zusätzliche Funkmelder in weiteren Räumen, in denen keine Verkabelung möglich ist, ergänzt werden.
Nun finden sich 20 verdrahtete Rauchmelder verteilt in der Fahrzeughalle, in der Funkzentrale, in der Umkleide (Bild 2), im Serverraum, Technikraum, Gemeinschaftsraum, Lager usw. Weitere vier Rauchmelder in Funk-Variante wurden im Treppenhaus, Jugendlager und Schulungsraum montiert.
Da das Laden von Akku-Geräten in den Fahrzeugen selbst vorgenommen wird, wurde auch in den fünf Einsatzfahrzeugen je ein Funk-Rauchmelder installiert. Solange sich das Fahrzeug in der Fahrzeughalle befindet, sind die Melder einsatzfähig. Verlässt das Fahrzeug die Halle, meldet dies das System und stellt somit auch fest, welches Fahrzeug sich aktuell im Einsatz befindet. Bei Rückkehr des Fahrzeugs wird der Melder automatisch erkannt und ist wieder voll einsatzfähig.
Als Einbruchschutzmaßnahme dienen zehn installierte Funk-Bewegungsmelder in allen wichtigen Räumen, wie dem Kommandoraum, im Lager, in der Fahrzeughalle sowie im Eingangsbereich.
Integrierte Videoüberwachung

Bild 3: In der Fahrzeughalle sind fünf Thermalkameras installiert, die bei Überschreiten einer festlegbaren Temperatur im Bildbereich eine Meldung an das Alarmsystem absetzen; Quelle: Indexa
Zusätzlich wurden in der Fahrzeughalle fünf Thermalkameras von Indexa installiert, die dank Alarmeingang und -ausgang ebenfalls in das System integriert werden können. Durch zwei separate Sensoren ist es mit diesem Kameratyp möglich, sowohl ein klassisches optisches Videobild in fünf Megapixel Auflösung zu erhalten als auch ein Wärmebild. Da beide Videostreams parallel laufen, stehen immer beide Videobilder separat zur Verfügung und können bei Bedarf automatisch übereinandergelegt werden.
Bei Erreichen einer festlegbaren Temperatur innerhalb ausgewählter Bildbereiche kann die Kamera eine Aufnahme starten und eine Meldung an das Alarmsystem sowie eine Push-Nachricht absetzen. So wird gewährleistet, dass bereits bei einer Überhitzung – also noch bevor ein Brand entsteht – entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden können. In der Fahrzeughalle überwachen die Wärmebildkameras insbesondere die Hitzeentwicklung der Fahrzeugbatterien, die seitlich an den Fahrzeugen angebracht sind (Bild 3).
Mit Spannung werden die Kameras einfach über einen Netzwerk-Switch per Datenkabel mit Power over Ethernet (PoE) versorgt. Dies erleichtert die Installation, da keine zusätzlichen Netzgeräte zur Stromversorgung erforderlich sind.
Die Videobilder werden über einen passenden Netzwerk-Videorecorder mit hochwertiger Festplatte gespeichert und an einem angeschlossenen Videomonitor dargestellt (Bild 4). Bei Bedarf können Live- und Aufnahmebilder zudem über App oder Software betrachtet werden.
Übersichtliche Bedienung
Zur Scharf- und Unscharfschaltung dient ein intuitives Bedienteil, das den Status der fünf Rauchmelder, die in den Einsatzfahrzeugen installiert sind, übersichtlich darstellt: Grün zeigt an, dass das Fahrzeug vor Ort ist; rot bedeutet, dass das Fahrzeug die Halle verlassen hat. So kann mit einem Blick festgestellt werden, wie viele und welche Fahrzeuge aktuell verfügbar sind.
Um das Gerätehaus zu betreten, wurde die bereits installierte Türsprechanlage mit Transponderleser durch ein systemeigenes Außenbedienteil ersetzt. Dieses ermöglicht allen Feuerwehrleuten mit ihrem bereits vorliegenden Transponder der alten Anlage wie gewohnt sowohl die Eingangstür zum Gebäude zu öffnen als auch das Alarmsystem unscharf zu schalten. Da das System in verschiedene Bereiche unterteilbar ist, können einzelne Bereiche weiterhin scharf geschaltet bleiben.
Reibungsloser Ablauf im Alarmfall

Bild 4: Die Bilder der Wärmebildkameras werden auf einem Videomonitor dargestellt und auf einer Festplatte gespeichert; Quelle: Indexa
Rückt die Feuerwehr zu einem Einsatz aus, kann das Alarmsystem automatisch unscharf geschaltet werden, damit alle Einsatzkräfte das Gebäude betreten können – ohne Hindernis und zeitaufwendige Authentifizierung an den Eingangstüren. Zudem wird automatisch das Licht im Gebäude eingeschaltet und die Tore der Fahrzeughallen werden hochgefahren, damit die Einsatzfahrzeuge das Gebäude schnellstmöglich verlassen können.
Bei einem Alarm des installierten Alarmsystems wird dieser über die feuerwehreigene Leitstelle aufgeschaltet. Zusätzlich kann der Alarm über E-Mail oder Push-Nachricht an ausgewählte Personen gemeldet werden. Da die Feuerwehr bereits über Alarmsirenen verfügt, ist die Installation von Sirenen für das Alarmsystem nicht erforderlich.
Für die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Oedheim steht fest: Das umfassende Alarmsystem, mit dem mehrere Anforderungen parallel abgedeckt werden konnten, erhöht die Sicherheit in Sachen Brand- und Einbruchschutz und ermöglicht automatische Schaltungen für einen einwandfreien Ablauf im Alarmfall. So kann gewährleistet werden, dass die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer ihren wichtigen Beitrag zum Bevölkerungsschutz uneingeschränkt leisten können.
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